Jonas Karlsson – Das Zimmer

Ein modernes Büro, der klassische Großstadtalltag. Doch Björn, der neu zum Team gestoßen ist, entdeckt eines Tages ein geheimes Zimmer, zwischen Aufzug und Altpapiersammelstelle. Ein dunkler Kabuff, das offenbar den Kollegen bis dato verborgen blieb. Immer wieder zieht er sich dahin zurück, um Kraft zu sammeln. Doch je mehr er sich dort umsieht, desto seltsamer werden seine Kollegen – und er für seine Kollegen. Bald schon muss er beim Chef Rede und Antwort stehen. Aber weder dieser noch die anderen wollen das Zimmer wahrhaben und drohen mit Repressionen. Björn kann nicht glauben, wie alle die Augen vor der Realität verschließen und so tun, als wenn es das Zimmer gar nicht gäbe.

Ein bizarrer Roman, der mit der Realität, der geglaubten und der vermeintlichen spielt. Man weiß nicht genau, ob der Erzähler klarsieht oder doch in einer psychischen Falle steckt, die ihm die klare Wahrnehmung unmöglich macht. Immer wieder ist man als Leser versucht den typisch verkannten Mitarbeiter, dessen Engagement und gut Vorschläge abgebügelt und ignoriert werden, zu erkennen, doch dann wiederum zeigen sich andere Seiten, die einem an dem Protagonisten und seiner Sicht der Dinge zweifeln lassen. Ein nicht aufzulösender Zwiespalt, der jedoch auch verdeutlicht, wie sehr man oftmals limitiert ist in seiner eigenen Welt und zwischen innen und außen kaum zu unterscheiden vermag.
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