John Dos Passos – Manhattan Transfer

Der große amerikanische Traum literarisch meisterhaft umgesetzt. Das Streben nach Glück im Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu Beginn des 20. Jahrhunderts wird exemplarisch an ganz verschiedenen Figuren unterschiedlichen sozialen Hintergrunds präsentiert. Immer wieder treffen wir auf diesem Weg Elaine, deren Geburt schon nah an einen Schicksalsschlag geknüpft ist, die sich jedoch durchbeißen kann und als Schauspielerin Erfolg hat. Daneben sind Juristen, einfache Schiffsarbeiter, Künstler, Dienstpersonal und Kriminelle mit von der Partie, um das komplexe Stadtbild New Yorks zu komplettieren. Auch ihre Erfahrungen im 1. Weltkrieg werden thematisiert – denn auch dieser bleibt nicht ohne Folgen für die Bewohner des damals noch sehr jungen Landes im Aufbruch.
Ein großer Roman, der schon viel früher verdient gehabt hätte, gelesen zu werden. Die Idee des American Dream, wo jeder seine Vorstellungen realisieren kann und es durch harte Arbeit auch zu etwas bringen kann, wird hier wirklich überzeugend dargestellt. Das kaleidoskopische Aneinanderfügen der unterschiedlichen Figuren und Episoden lassen New York wie eine pulsierende und lebendige Stadt erscheinen, die immer in Bewegung und Veränderung ist und wo das Schicksal von heute nicht das von morgen sein muss. Die vermutlich wichtigsten 30 Jahre in der Genese der Stadt werden so durch die Figuren nachgezeichnet und lassen das Bild der damaligen Gesellschaft in all ihre Facetten entstehen.

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