Karine Tuil – Six mois, six jours

Eine Liebesgeschichte. Jedoch unter speziellen Vorzeichen. Eine der reichsten Frauen Deutschlands verliebt sich in einen charmanten Unbekannten, der auch kaum etwas von sich preisgibt. Ihr Bodyguard warnt sie und beäugt die Lage kritisch, nicht nur, weil sie über sehr viel Macht und Geld verfügt, sondern auch, weil sie Mutter von drei Kindern ist und die heimliche Liaison noch viel mehr zum Wanken bringen kann. Doch das Unausweichliche geschieht und die Frau wird Opfer genau jenes Verbrechens, das man vorhersehen kann. Aber noch viel mehr kommt zum Vorschein, dass das Imperium der Familie nachhaltig erschüttert.
Ein ungewöhnlicher Roman, der es 2010 immerhin auf die Shortlist des Prix Goncourt geschafft hat. Zunächst verliert man sich völlig in dieser Liebesgeschichte einer erwachsenen Frau, die völlig den Kopf zu verlieren scheint. Doch dann wendet sich das Blatt und das Verbrechen, das man vorher nur als Ungleichgewicht dieser Beziehung erkennt, tritt in den Vordergrund und nimmt Geschichte völlig ungeahnte Dimensionen an. Persönliches Schicksal verbindet sich plötzlich mit Weltgeschichte, Gegenwart mit Vergangenheit und lässt den Roman so an Größe und Format gewinnen.
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