Sharon M. Draper – Out of my mind

Die elfjährige Melody ist Tetraplegikerin und kann zudem nicht sprechen. Alles spielt sich nur in ihrem Kopf ab, aber niemand weiß davon, so dass sie – obwohl ihre Eltern ahnen, dass das Mädchen sehr intelligent ist – in eine typische Klasse mit beeinträchtigten Schülern kommt, die auch im 4. Schuljahr noch die Buchstaben „lernen“ und oftmals einfach vor einem Fernseher mit Zeichentrickfilmen geparkt werden. Eine mutige Lehrerin ermöglicht die Integration und als Melody einen Sprachcomputer erhält, mit dessen Hilfe sie plötzlich kommunizieren kann, scheint sie endlich Zugang zur Welt der „Normalen“ zu finden. Die Chance auf die Teilnahme an einem Wissensquizz könnte die letzten Zweifel beseitigen.

Ein sehr einfühlsames und emotional aufwühlendes Buch, das ganz aus Sicht des betroffenen Mädchens geschrieben ist und besonders deutlich die Lock-In Situation zu Beginn darstellt. Glaubwürdig und gut nachvollziehbar wird ihre Situation dargestellt und die Verzweiflung, wenn sie sich nicht ausdrücken kann und nicht verstanden wird. Noch härter jedoch der Schlag, wenn man zwar ihre Intelligenz erkennt, sie aber trotzdem nicht wirklich integriert wird und teilhaben darf am ganz normalen Schulleben. Das Buch zeigt schön, dass nicht die Behinderten das Problem sind, sondern die anderen, die zum Teil aus Unwissen oder Scheu, manchmal aber auch aus ganz offen dargebotener Ablehnung den Weg für diese Menschen mit extra großen Steinen pflastern.
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