David Grossman – Kommt ein Pferd in die Bar

Es ist sein letzter Auftritt als Komiker. In einer israelischen Kleinstadt, Netanja, steht Dovele auf der Bühne, um das Publikum zu unterhalten. Doch was als lustiger und entspannender Abend gedacht ist, wandelt sich zur Farce und alles wird dokumentiert durch Doveles Jugendfreund, den er gebeten hatte, sich die Show anzusehen und der nun zwischen Faszination und Schauern das Geschehen auf der Bühne und im Saal beobachtet, kommentiert und dokumentiert.
Das Buch ist in jeder Hinsicht eine schwere Kost. Der Erzählstil ist diskontinuierlich. Wir haben den Komiker auf der Bühne, der seine Show abzieht und letztlich seine Lebensgeschichte erzählt, immer wieder unterbrochen von typisch jüdischen Witzen. Dazu den Erzähler, der als Figur das Geschehen beobachtet, eigene Erinnerungen an die Kindheit und Jugend hat, diese parallel Revue passieren lässt und zugleich beobachtet und kommentiert. Diese unterschiedlichen Erzählebenen machen es manchmal schwer dem Roman zu folgen, weil man nie bei einer Sache bleibt. Menschlich tragisch – fern ab der intendierten Komik des Unterhalters, das ganze Leben in einen einzigen Abend gepackt und so wie es die Zuschauer nicht hat mehr ertragen, wird es manchmal auch für den Leser zu viel. Doch wir können das Buch beiseitelegen und die Lektüre wiederaufnehmen.

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