Thomas von Steinaecker – Geister

Das Mädchen Ulrike verschwindet auf dem Weg zur Schule spurlos. Die Eltern begegnen der Trauer mit einem zweiten Kind, Jürgen, der jedoch lange Zeit nicht ahnt, dass das Kind auf den Bildern, das nie älter zu werden scheint, seine vermisste Schwester ist. Doch sie verfolgt ihn wie ein Geist. Sein Leben wird bald bestimmt von der Abwesenheit der nie gekannten Schwester, in der Schule zunächst, dann auch als Erwachsener und selbst Vater, kann er sich nicht von diesem Wesen lösen, die immer wieder auftaucht und in sein Leben eingreift.

Die Grundidee, der abwesende Mensch, der trotz der fehlenden Präsenz omnipräsent wird und immer wieder in den Vordergrund tritt, fand ich zunächst ungemein attraktiv. In Phasen war das Buch auch wirklich interessant zu lesen, gerade der Anfang mit Jürgen als jungem Menschen, der sich selbst noch nicht gefunden hat und über die vermisste Schwester definiert wird. Von Seite zu Seite jedoch triftet der Roman immer weiter ins Absurde und kulminiert dann in den unsäglichen „Ute-Comics“ mit denen ich leider so gar nichts anfangen konnte. Was als interessantes Psychogramm startete, verflachte zur Karikatur. Entwicklung des Protagonisten? Fehlanzeige, egal ob als Kind/Jugendlicher oder als Verantwortung tragender Erwachsener, Jürgen bleibt gleich flach und facettenlos und vor allem untätig was sein eigenes Leben betrifft. Das geht besser.
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