Thomas von Steinaecker – Geister

Das Mädchen Ulrike verschwindet auf dem Weg zur Schule spurlos. Die Eltern begegnen der Trauer mit einem zweiten Kind, Jürgen, der jedoch lange Zeit nicht ahnt, dass das Kind auf den Bildern, das nie älter zu werden scheint, seine vermisste Schwester ist. Doch sie verfolgt ihn wie ein Geist. Sein Leben wird bald bestimmt von der Abwesenheit der nie gekannten Schwester, in der Schule zunächst, dann auch als Erwachsener und selbst Vater, kann er sich nicht von diesem Wesen lösen, die immer wieder auftaucht und in sein Leben eingreift.

Die Grundidee, der abwesende Mensch, der trotz der fehlenden Präsenz omnipräsent wird und immer wieder in den Vordergrund tritt, fand ich zunächst ungemein attraktiv. In Phasen war das Buch auch wirklich interessant zu lesen, gerade der Anfang mit Jürgen als jungem Menschen, der sich selbst noch nicht gefunden hat und über die vermisste Schwester definiert wird. Von Seite zu Seite jedoch triftet der Roman immer weiter ins Absurde und kulminiert dann in den unsäglichen „Ute-Comics“ mit denen ich leider so gar nichts anfangen konnte. Was als interessantes Psychogramm startete, verflachte zur Karikatur. Entwicklung des Protagonisten? Fehlanzeige, egal ob als Kind/Jugendlicher oder als Verantwortung tragender Erwachsener, Jürgen bleibt gleich flach und facettenlos und vor allem untätig was sein eigenes Leben betrifft. Das geht besser.

Gaito Gazdanov – The Flight

A family not quite any other: Sergej and Olga have long lost the connection between each other, they live their lives together apart. Also their son Seryozha only plays a random role in their life. The fourth member of this strange family is Liza, Olga’s sister who is not much older than Seryozha and has always been his confidant. When the parents move further apart – also geographically – the son suddenly finds himself on the French Riviera alone with his aunt and falls in love with her. This love is returned, but Liza secretly has had an affair for years which could be revived due to the separation of Seryozha’s parents.

Gazdanov presents a complicated Russian family and business construct which unfolds itself slowing during the novel. Yet, hidden affairs, a lot of secrets kept from each other for a long time find their way on the surface and put the character to difficult decisions. The basic human instincts can be found in Gazdanov’s characters, their greed, envy and pride lead them into the abyss, a positive ending is not offered for them. We do not have the highly complicated novel here with masses of characters as we find in other Russian writers which makes it a lot easier to follow the plot, nevertheless there are some side plots which give insight in how the Russian community all over Europe worked and stuck together.