Matt Haigh – The Radleys

Eine durchschnittliche amerikanische Familie. Vater Peter, Arzt von Beruf, Mutter Helen, besorgte Hausfrau und Mutter, sowie die Teenager Clara und Rowan, beide schon wegen ihres Äußeren eher Außenseiter als High-School-Lieblinge. Als Clara beschließt nicht mehr nur vegetarisch, sondern vegan zu leben, kommt es zum Streit, vor allem, weil ihr dies sichtlich nicht bekommt. Als sie eine Party früher verlässt, weil es ihr zunehmend schlechter geht, zeigt sich, weshalb die Eltern das Essverhalten ablehnen: Clara ist essentiell auf tierische Lebensmittel, insbesondere Blut angewiesen, denn was das Töchterchen noch nicht ahnt ist, dass die Eltern den Kindern bis dato verschwiegen hatten, dass sie Vampire sind. Es furchtbares Ereignis lässt diese kleine aber feine Information zutage treten. Helfen kann nur noch Peters Bruder, der weiterhin den typischen Lebensstil der Vampire pflegte, als Helen und Peter diesem entsagten. Doch die erwartete Hilfe wandelt sich bald schon zu einer grauenhaften Idee.

Ein völlig untypischer Vampirroman in der Flut an Veröffentlichungen in diesem Genre in den letzten Jahren. Dass die Figuren Blutsauger sind, ist eigentlich auch nur Anlass, die Geschichte ins Rollen zu bringen, bei dem, was erzählt wird, ist dies tatsächlich vernachlässigbar. Denn genaugenommen geht es hier um Betrug, Vertrauen, das Erwachsenwerden und die Frage, welche Werte man eigentlich leben und vertreten möchte. Die Figuren – abgesehen von dem kleinen Detail des Vampirseins – sind glaubwürdig und authentisch konstruiert, die Handlung in sich stringent und logisch, wenn auch weitgehend vorhersehbar, was aber den Spaß nicht mindert, der durch gelungene Formulierungen und unterhaltsame Dialoge von viel Ironie und Sarkasmus lebt. Sicherlich kein überragendes literarisches Werk, aber unterhaltsam ist dies allemal.
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