Colleen Hoover – Never Never

Plötzlich ist alles weg. Charlie steht mitten im Unterricht und kann sich noch nicht einmal an ihren eigenen Namen erinnern, geschweige denn daran, wer die anderen sind. Verwirrt sucht sie nach Hilfe und kann irgendwie die ersten Stunden überleben. In der Mittagspause lernt sie Silas kennen, der offenbar ihr Problem teilt und der wohl mal ihr Freund war, aber so ganz klar ist ihnen beiden die Situation nicht. Auch weshalb ihre Eltern zutiefst verfeindet sind und wo Charlies Vater steckt, bleibt unklar. Gemeinsam starten sie eine Suchaktion ihrer Ichs und ihrer Leben – leichter gesagt als getan, vor allem, wenn man nicht weiß, ob man nicht gerade auch dabei ist, sich zu verlieben.

Die Grundproblematik ist schon höchst seltsam, dass sich ein junges Pärchen schlagartig an nichts mehr erinnern kann, ist fernab jeder Realität. Lässt man dies mal außer Acht, bleibt doch ein recht unterhaltsamer Jugendroman, der komische bis schmerzliche Situationen provoziert, die man sich sehr leicht vorstellen kann. Der Schreibstil kann auch überzeugen, der Ton der Jugendlichen – gewählt wurde eine Art abwechselnde Tagebuchform – wurde für mein Empfinden glaubwürdig getroffen. Es bleibt der Cliffhanger am Ende; das Buch stellt nur Teil 1 einer Reihe dar und löst weder das Geheimnis um das Vergessen, sondern reißt am Ende sogar noch weitaus mehr Fragen auf.
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