E.L. Doctorow – Homer & Langley

Homer und Langley Collyer, Kinder der New Yorker Upper Class, bewohnen ein attraktives Haus in der Fifth Avenue. Eigentlich stehen die Sterne gut für eine prosperierende Zukunft, doch Homer verliert schon in jungen Jahren das Augenlicht, Langley muss nach Europa in den Krieg und die Eltern werden von der Influenza dahingerafft. So stehen die beiden 1918 alleine da und müssen ihr Leben organisieren. Das Haus füllt sich im Laufe der Jahre, mit Schätzen und Ramsch, die Langley sin seiner Studier- und Sammelwut anschafft, aber auch mit den unterschiedlichsten Menschen, die für eine begrenzte Zeit das Leben mit den beiden Brüdern teilen. Die letzten Jahre ihres Daseins sind geprägt vom Kampf gegen die Institutionen, Banken und Stromversorger machen ihnen das Leben schwer, aber sie halten tapfer durch.

Doctorow verarbeitet die Geschichte um die beiden berühmt berüchtigten Brüder, die aufgrund ihrer Sammlerleidenschaft und den Hinterlassenschaften nach ihrem Tod im März 1947 zu zweifelhafter Berühmtheit gelangt waren und heute sogar Einzug in diverse Sprichwörter gefunden haben. Nichtsdestotrotz bleibt Doctorows Roman fiktiv, was ihn nicht weniger unterhaltsam macht. Die Innenschau in die beiden sehr speziellen Individuen macht einfach Spaß zu lesen in all der Absurdität und dem stoischen Ertragen der jeweiligen Gegebenheiten. So unterschiedlich die beiden Brüder sind, ergänzen sie sich ideal um ein verschrobenes aber doch liebenswertes Paar zu bilden.
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