Jean G. Goodhind – Something in the Blood

Eigentlich leitet Honey Driver ein Hotel im beschaulichen Bath, mit all den Vor- und Nachteilen, die dieser Sektor so mit sich bringt. Aufregend ist es nicht sehr, die Touristen sind eher von der bedächtigen Art, aber eines Tages soll sie für die Hotel Association von Bath als Mittlerin zur Polizei fungieren und prompt verschwindet ein Gast eines Hotels und wird kurz darauf tot aufgefunden. Dahin sind die beschaulichen Tage, bei denen die größte Aufregung Honey Mutter mit ihren endlosen Verkupplungsversuchen darstellt.

Ein Krimi, der sicherlich mit cosy crime sehr gut beschrieben ist. Einmal mehr findet sich der Leser, wie häufig in dieser Art Krimi, in einem beschaulichen, eher ländlichen Ambiente, das von seinen kuriosen Bewohnern nachhaltig geprägt wird. Der Krimifall ist durchaus mit Wendungen gespickt und auch in sich glaubwürdig strukturiert, lässt aber an Spannung und Thrill vermissen. Die Protagonistin ist zwar zunächst recht charmant, für mein Geschmack wird sie aber zu plakativ und übertrieben und damit im Laufe der Handlung eher anstrengend.
Advertisements

Nathanael West – A Cool Million

Lemuel Pitkin ist mit wenig gestartet aber mutig und willig, etwas aus seinem Leben zu machen. Voller Optimismus verlässt er seine Kleinstadt, im um fernen New York sein Glück zu suchen. Doch er taumelt von einer Katastrophe in die nächste, landet mehrfach im Gefängnis, verliert nicht nur alle Zähne, sondern auch noch ein Auge und am Ende gar die Kopfhaut. Immer wieder scheint das Glück ihm wohlgesonnen, aber an der nächsten Ecke lauert schon die nächste Gefahr.

Man ist schnell in diesem Buch an Klassiker der Weltliteratur erinnern, Voltaires Candide, der ähnlich stoisch ein Unglücksfall nach dem nächsten ertrug immer in der Hoffnung, dass irgendwann in dieser besten aller möglichen Welten alles gut werden würde. Auch Pitkin versucht im Land der unbegrenzten Möglichkeiten seine sehr begrenzten Möglichkeiten zum Besten zu nutzen und wird doch nur übers Ohr gehauen. Die Naivität lässt einem als Leser zwischen amüsiert und erschrocken zurück und mehr als einmal kann man über die Härte die den armen Lemuel trifft nur den Kopf schütteln.