Stewart O’Nan – A Prayer for the Dying

Kurz nach dem Civil War muss Jacob Hansen eine weitere dramatische Krise meistern: Das kleine Dorf Friendship wird von einer Epidemie bedroht und Jacob, in Personalunion Bestatter, Priester und Sheriff, muss seine Bewohner in Sicherheit bringen. Was zunächst wie ein kleiner Vorfall mit einem Fremden aussieht, wird schnell zur Bedrohung für die gesamte Gemeinde und keine Familie wird verschont. Dramatisch spitzt sich die Lage zu und Jacob muss zu drastischen Mitteln greifen, um wenigsten einige Bewohner retten zu können.

Ein durch und durch düsteres Buch, das nicht mit Dramen spart und einem spürbar an die Substanz geht. Die Trauer um die Toten, das Verdrängen der bedrohlichen Lage – sehr authentisch wird der Kampf der Bewohner mit sich und ihrem Glauben an Gott geschildert. Das Hadern mit dem Schicksal und dieser unheilbaren Epidemie, die nur durch Feuer ausgelöscht werden kann. In Jacob kulminieren die inneren Stimmen, die sich teils widersprechen und doch auch immer wieder Kraft geben. O’Nan gelingt es die längst vergangene Zeit glaubhaft wieder auferstehen zu lassen.

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