Stewart O’Nan – The Night Country

Ein Jahr ist es nun, seit nichts mehr ist, wie es einmal war. An Halloween 12 Monate zuvor kam es zu einem folgenschweren Unfall, bei dem Marco, Toe und Danielle ums Leben kamen. Kyle war ebenfalls in dem Auto, das mit einem Baum kollidierte, und hat überlebt – schwer verletzt, geistig auf dem Stand eines Kleinkindes und physisch entstellt, ist er mehr denn je auf seine Mutter angewiesen und auf Tim, der einzige Überlebende, der quasi ohne Schaden davonkam und jetzt mit dem Überleben leben muss. Dem unheilvollen Gedenktag nähert sich auch der Polizist Brooks, der tagtäglich den Unfall nochmals durchlebt, denn er war nicht ohne Grund als erster am Tatort. Marco, Toe und Danielle kehren als Geister zurück an den Ort des Unglücks und beobachten, wie die Lebenden mit dem Schicksal hadern.
Ein berührendes Buch basierend auf einer wahren Begebenheit. Ungeschönt konfrontiert O‘Nan den Leser mit den Qualen derjenigen, die heile aus der Geschichte kamen und doch mehr leiden als die anderen. Die Figur Kyle hat ihre besondere Dramatik und lässt einem zwischen Mitleid und einem Schritt Abstand schwanken. Es ist nicht immer ein Glück, wenn man unbeschadet einen Unfall überlebt – manchmal macht dies das Leben erst zur Qual.

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