John Burnside – A Summer of Drowning

Angelika Rossdal zieht mit ihrer Tochter Liv nach Kvaloya, einer Insel hoch oben im norwegischen Norden, dort will die Malerin in der Einsamkeit neue Inspiration finden. Liv bleibt ebenfalls weitgehend isoliert und ohne Freunde, nur mit dem alten Kyrre verbringt sie Zeit, in der er sie in die Geschichten du Geheimnisse der nordischen Sagen einweiht. Als zwei Klassenkameraden von ihr im Meer ertrinken, weiß Kyrre auch, dass dies keine Unfälle waren, sondern die Göttin Huldra am Werk war. Liv tut diese Spinnerei zunächst ab, hat dann aber doch Zweifel, ob nicht tatsächlich übernatürliche Kräfte am Werk sein könnten.

Der skandinavische Mittsommer, sein ganz besonderes Licht und Stimmung werden von Burnside meisterlich in eine Geschichte verwandelt, die auch Leser, die nicht an übernatürliche Kräfte und Naturgeister glauben, packen und zweifeln lassen kann. Daneben aber auch die Frage, was bildet sich das Mädchen ein, das ohne Vater aufwächst, nicht einmal dessen Namen kennt und plötzlich von dessen Existenz überrumpelt wird und ihn sogleich auch wieder verliert. Vieles bleibt lange im Vagen und Dunkeln – was ein wunderbares Spiel mit den Naturereignissen in den langen Sommernächten ist. Die Kunst als weiteres Motiv – was lässt sich festhalten, was sieht ein Betrachter in einem Bild und was bleibt nur Interpretation und Phantasie?
Advertisements