Jenny Han – The Summer I Turned Pretty

Wie jeden Sommer verbringt Belly auch den, in dem sie 16 wird, mit ihrem Bruder und ihrer Mutter bei deren Freundin Susannah und den beiden Söhnen Jeremiah und Conrad. Doch in diesem Sommer fehlt die Unbeschwertheit ihrer Kindheit. Bellys Bruder ist nur kurz vor Ort und geht dann auf College Tour, die beiden erwachsenen Frauen streiten wiederholt hinter verschlossener Tür und zwischen Belly und den Jungs, die immer wie Brüder waren, entsteht eine gespannte Abwartehaltung. Sie sind älter geworden und müssen sich fragen, ob sie mehr für einander empfinden oder nicht.
Ein recht typischer Jugendroman aus Sicht eines unbedarften Mädchens, das sich ihrer Wirkung zunächst nicht bewusst ist und oftmals in kindliches Verhalten zurückfällt. Doch die Realität zwingt sie, sich auch mit den unangenehmen Seiten des Lebens auseinanderzusetzen und diesen ins Auge zu sehen. Der Moment des Erwachsenwerden eingefangen in einem einzigen Sommer, der noch einmal auch sehnsüchtige Rückblicke auf die unbeschwerte Kindheit wagt.

Für Jugendliche um die 14 sicherlich passend und unterhaltsam, aber nicht mehr überzeugend im YA/NA Bereich.
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T.E. Woods – Fixed in Fear

The Fixer – a person who fixes things that need to be fixed, i.e. take justice where the legal system does not provide it – is back. Nobody knows about her identity except for Seattle Chief Detective Mort Grant who has a tricky case to solve in which one of his friends is involved and has to face serious threats to his family – coming from his own daughter who long ago opted for the dark side and is know a czarina looking over an empire making money with drugs, prostitution and murder.
The thrilling novel which intertwines both plots cleverly and provides masses of unexpected twists and turns which keep the reader on a constant watch. Having the protagonists personally involved in the deeds adds another aspects and a lot more tension since they cannot act freely but have to consider more than just the legal aspects. Right and wrong are not black and white anymore, but different shades of the same colour and thus the novel does portray reality as it is.

All in all, a suspenseful thriller with a convincing plot, interesting characters and far from a simple picture of the world.

Christopher Nicholson – Winter

Winter 1924, Thomas Hardy lebt mit seiner deutlich jüngeren Frau Florence in Dorset und ist weitgehend auf deren Hilfe angewiesen. Die junge Gertrude Bugler scheint in dem betagten Schreiber jedoch Erinnerungen wach zu rufen und neue Kräfte zu mobilisieren. Er möchte, dass sie die Hauptrolle in der Londoner Aufführung seines bekanntesten Romans „Tess of the d’Ubervilles“ übernimmt. Seine augenscheinliche Bewunderung für Gertrude ist Florence ein Dorn im Auge und sie fürchtet um ihre Rolle und Position an der Seite des erfolgreichen Autors. Also setzt sie alles daran, den Auftritt Gertrudes zu verhindern und diese aus dem leben Tomas Hardys zu verbannen.

Eine fiktive Geschichte realer Personen, die einen Kampf zweier ungleicher Frauen im Zentrum hat: die etwas naive Gertrude, die die Chance auf die Erfüllung eines Traumes sieht, und in der gegnerischen Ecke Florence, die als zweite Frau genau weiß, wie schnell eine Gattin abgehängt werden kann, wenn eine jüngere das Herz des Mannes erobert. Ein ungleicher Kampf, der absehbar endet und dennoch tiefe Wunden hinterlässt.

John Burnside – A Summer of Drowning

Angelika Rossdal zieht mit ihrer Tochter Liv nach Kvaloya, einer Insel hoch oben im norwegischen Norden, dort will die Malerin in der Einsamkeit neue Inspiration finden. Liv bleibt ebenfalls weitgehend isoliert und ohne Freunde, nur mit dem alten Kyrre verbringt sie Zeit, in der er sie in die Geschichten du Geheimnisse der nordischen Sagen einweiht. Als zwei Klassenkameraden von ihr im Meer ertrinken, weiß Kyrre auch, dass dies keine Unfälle waren, sondern die Göttin Huldra am Werk war. Liv tut diese Spinnerei zunächst ab, hat dann aber doch Zweifel, ob nicht tatsächlich übernatürliche Kräfte am Werk sein könnten.

Der skandinavische Mittsommer, sein ganz besonderes Licht und Stimmung werden von Burnside meisterlich in eine Geschichte verwandelt, die auch Leser, die nicht an übernatürliche Kräfte und Naturgeister glauben, packen und zweifeln lassen kann. Daneben aber auch die Frage, was bildet sich das Mädchen ein, das ohne Vater aufwächst, nicht einmal dessen Namen kennt und plötzlich von dessen Existenz überrumpelt wird und ihn sogleich auch wieder verliert. Vieles bleibt lange im Vagen und Dunkeln – was ein wunderbares Spiel mit den Naturereignissen in den langen Sommernächten ist. Die Kunst als weiteres Motiv – was lässt sich festhalten, was sieht ein Betrachter in einem Bild und was bleibt nur Interpretation und Phantasie?