Emily St. John Mandel – Station Eleven

Eine unbekannte und sich rasant ausbreitende Epidemie rafft 99 Prozent der Weltbevölkerung innerhalb weniger Tage dahin. Einige stranden an Flughafen, wo sie – unter Quarantäne gestellt – ausharren, Tage, Wochen, schließlich Jahre. Andere ziehen durch die Lande, wo sich an wenigen Stellen kleine Gruppen von Überlebenden sammeln und gemeinsam die Reste der Zivilisation versuchen zu erhalten. Ein selbst ernannter Prophet verkündet, dass dies die gerechte Strafe für die Menschen sei und bedroht zugleich alle, die sich ihm und seinen Anhängern in den Weg stellen. Die Menschheit ist um Jahrhunderte zurückgeworfen und bald schon sind die technischen Errungenschaften des 20. und 21. Jahrhunderts entweder vergessen oder nur noch bedeutungslose Ausstellungsstücke im Museum der Zivilisation.
Station Eleven fordert die Aufmerksamkeit des Lesers, denn die zahlreichen Sprüngen in die Zeit vor der Epidemie und in die Jahre nach dem Zusammenbruch sind oftmals recht verwirrend. Zudem wird eine ganze Reihe von Figuren angeführt, deren Verbindung lange unklar bleibt und erst ganz am Ende eine wirklich Auflösung findet.  Ein weiterer Faktor ist der ominöse Dr. Eleven, der als Geschichte in der Geschichte lange Zeit ominös bleibt, man kann ich nur schwer einordnen und wartet auf eine Erklärung.

Die Geschichte ist nicht ganz neu, das Ende der Welt, wie man sie kennt, wird regelmäßig literarisch verarbeitet. Auch die Bedrohung durch Superviren hat in den letzten Jahren Konjunktur. Nichtdestotrotz würde ich den Roman nicht als einen unter vielen Bewerten, dafür ist er im Detail zu gut durchdacht und die Figuren und ihr handeln durchaus sehr authentisch und glaubwürdig angelegt. Insbesondere die Frage nach der Rolle der Kunst und die clevere Verbindung des Theater zwischen davor und danach finde  ich sehr gut gelungen. 
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