Michel Bussi – Die Frau mit dem roten Schal

Eine hübsche junge Frau. An den Klippen. Kurz vor dem Sprung. Jamal schafft es noch zu ihr hin, doch den Fall kann er nicht verhindern. Tot liegt sie am Boden, mit dem roten Schal um den Hals, den er ihr noch zugeworfen hatte. Der Schreck ist groß und wird noch größer als die Polizei ihn schnell für den Täter hält, niemand will seine Version des freiwilligen Suizids bestätigen und da es zuvor schon ähnliche Fälle gab, steckt Jamal in der Falle. Wie soll er beweisen, dass er nicht der Täter ist? Angeblich hat die Polizei sichere Beweise für seine Schuld. Bevor man ihn festnimmt, ergreift er die Flucht.
Ein durch und durch spannender Roman, der den Leser an vielen Stellen zweifeln und wundern lässt, ebenso wie den Protagonisten, zu vieles passt nicht zusammen. Sehr gut gelungen ist die Perspektive Jamals, der langsam daran verzweifelt, dass ihm kein Glauben geschenkt wird und der nicht weiß, was er der staatlichen Maschinerie entgegensetzen soll. An vielen Punkten hatte ich Zweifel, dass es dem Autor gelingen würde, hierfür eine stimmige Erklärung zu finden, doch er findet sie, alles wird restlos aufgelöst, Fragen oder Unklarheiten werden beseitigt, obwohl er wirklich auffällig viele Fragezeichen setzt im Laufe der Handlung. Zwar überzeugt mich die letztliche Auflösung nicht restlos, dafür ist sie mir zu wenig realitätsnah, was jedoch nicht bedeutet, dass es einen solchen Fall nicht durchaus geben könnte.
Fazit: ein spannender Roman, der ganz ohne die derzeit angesagten französischen Klischees vom tollen Essen und Sonnenschein auskommt, sondern sich auf seine Protagonisten und die Handlung fixiert.
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