Judith Merchant – Die Lügen jener Nacht

Mimis Beziehung steht vor dem Scheiterhaufen. Da kommt es ihr gerade Recht, dass sie zu einer Hochzeit eingeladen wird und von Edinburgh fliehen kann. Der alte Kreis der Freundinnen ist ihr fremd geworden in den 10 Jahren der Abwesenheit. An vieles erinnert sie sich nicht mehr, aber ganz wie in alten Zeiten fließt der Alkohol und so wacht sie nach dem Junggesellinnenabschied auch mit Brummschädel und großen Erinnerungslücken auf. Der Tag der Hochzeit soll endlich das junge Glück besiegeln, doch statt vor den Traualtar stehen die Gäste vor einem Rätsel: wer hat den Bräutigam ermordet und wo steckt die Braut?
Der Roman hat durchaus spannende Momente, aber Mimis Trägheit und die Unfähigkeit, sich an irgendetwas zu erinnern – seien es aktuelle Ereignisse, seien es Dinge aus Der Studentenzeit – nervt gewaltig. Auch die anderen Figuren sind gänzlich überzeichnet und klischeehaft, so dass sie einem bald mehr nerven als dass man Interesse an der Lösung hätte. die vielen Verdächtigungen und Verdachtsmomente, die die Autorin streut, sind in sich nicht wirklich stimmig, so dass bald gar nichts mehr Sinn macht. Am Ende wird dann eine Lösung aus dem Hut gezaubert, die völlig abstrus und unglaubwürdig ist und versucht das Ganze irgendwie zu erklären, aber keine wirkliche Logik in das Handeln der Figuren bringt.

Fazit: durchaus ansprechender Schreibstil, aber arg konstruierte Handlung.
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