Mara Ferr – 41, Rue Loubert

Das unerklärliche Verschwinden von 18 Männern beschäftigt die Pariser Polizei. Alle Spuren führen zu einer einzigen Adresse: 41, rue Loubert. Dort lebt seit Jahrzehnten Louise, eine äußerst diskrete Prostituierte, die nur Männer aus den höchsten kreisen bedient und aufgrund ihrer zurückgezogenen Lebensweise von diesen nicht nur geschätzt, sondern auch protegiert wird. Ihr Start ins Leben war schwer, aber sie hat sich aus ärmlichen Verhältnissen rund um den Marseiller Hafen hochgearbeitet und kann sich ihre Kunden seit langem aussuchen. Nur Luc, einem geistig und körperlich behinderten Sohn einer ihrer Beschützer, übernimmt sie ohne dies in Frage zu stellen. Aber Louise hegt auch Geheimnisse, die sie vor ihren Kunden und der Polizei gut zu verstecken weiß, doch man ist ihr auf den Fersen.

Ein Krimi, bei dem vieles schon bald klar ist und der trotzdem nichts an Atmosphäre verliert. Der Autorin ist es wirklich gelungen, das Milieu glaubwürdig darzustellen und die Protagonistin facettenreich und differenziert zu zeichnen. Sie trägt den Roman und zeigt sowohl sympathische wie auch weniger schöne Seiten. Weniger spannender als Krimi als interessante und überzeugende Sozialstudie, die unterhaltsam zu lesen ist.

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