Baptiste Beaulieu – Alors voilà: Les 1001 vies des Urgences

Notaufnahme. Behandelnder Arzt: jung, motiviert und auf der Suche nach Geschichten des Lebens. Diese schreibt er auf, um denjenigen, die vom Leben kaum mehr etwas mitbekommen, berichten zu können. Vor allem die Nachtschichten bieten allerlei ungewöhnliche Einsätze. Manchmal auch bis an die Grenzen derer, die sich um diese Fälle kümmern. Ebenso wie die Fälle der anderen Abteilungen, wo das Leben langsam ausschleicht. Dem jungen Mediziner haben es vor allem die älteren Menschen angetan, die auf ein volles Leben zurückblicken können und ihn daran teilhaben lassen. In 7 Tagen zeigen sich unzählige Leben, manche voller Glück, andere weniger, manche beginnen hier neu, andere enden.
Ein ganz eigener Blick auf die Welt der (Notfall)Ärzte und deren Alltag. Kurze Episoden erlauben nur einen kurzen Blick auf menschliche Schicksale, die bisweilen tragisch, manchmal komisch, oft ermutigend und zuweilen auch schlichtweg sehr traurig sind. Unterhaltsam ist das falsche Wort für dieses Buch. Interessant auf jeden Fall. Man will mehr hören von dem jungen Team, das sich tapfer abkämpft und von den Patienten, vor allem von denjenigen, für die diese Geschichten alles sind, was sie noch haben. Auch wenn eine sehr positive, lebensbejahende Grundhaltung herrscht: kein Buch für Medizinphobiker und ebenfalls nicht für Leser, die nah am Wasser gebaut sind.

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