Tom Burger – Das Bücherhaus

Die Idylle der Provence wird durch den Tod der betagten Claire de Roquesteron gestört. Wer konnte ein Interesse daran haben, die alte Dame zu ermorden? Etwa die Alleinerbin, ihre Nichte Amandine Moreau? Doch die junge Frau lebt eigentlich fernab in Paris trauert auch ganz offenkundig. Ein zweiter Mord an einer Antiquitätenhändlerin rückt eine andere Gruppe und ein Buch in die Aufmerksamkeit: Claires Leseclub, der bereits seit Jugendzeiten besteht und eine Sammlung von Petrarcas Gedichten scheint der Schlüssel zu dem Fall zu sein.

Was Tom Burger einmal mehr gelingt, ist die Provence mit ihren schönsten Facetten zu zeichnen. Lanschaftsbeschreibungen sind ebenso wie das hervorragende Essen eingebettet in die Handlung ohne dieser den Platz zu nehmen. Der Krimi lebt von seinem Handlungsort und weiß diesen in Szene zu setzen. Luc Vidal als tief verwurzelter Polizist, der seine Heimat kennt und schätzt, weiß genau, wie weit er bei seinen Mitmenschen gehen kann und wo deren Schwächen liegen. Der Fall selbst versucht den Brückenschlag zwischen dem Ausnahmedichter Petrarca und der Moderne zu schaffen, dies gelingt wiederum über den Ort, an dem der Poet selbst lebte und den er ebenso gut kannte, wie die Figuren in Burgers Roman. Dies ist zwar bisweilen für mich etwas weit hergeholt, aber um der Geschichte willen, kann man darüber hinweg sehen und den Krimi – der sich als sommerliche Lektüre perfekt eignet – als Kurzurlaub in eine der schönsten Regionen Frankreichs genießen. 
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