Petros Markaris – Zahltag

Der Roman zur Krise: wenn der Staat schon nicht in der Lage ist, die Steuergelder einzutreiben, muss das Wohl jemand anderes in die Hand nehmen. Der „nationale Steuereinzieher“ fordert Personen auf, die offenkundig nur einen winzigen Teil ihres Einkommens beim Finanzamt angeben, binnen Wochenfrist ihre Steuerschuld zu begleichen, sonst müssten sie mit dem leben zahlen. Wer dem nicht nachkommt, findet sich schon bald an symbolträchtigen Orten wieder. Ermordet. Mit dem Gift des Schierlings – wie einst der vermeintliche Verräter Sokrates. Kommissar Charitos muss ermitteln und schwankt zwischen politischem Druck und Verständnis des Mörders.

Eine der bekanntesten Stimmen Griechenlands zur hochbrisanten Situation des Landes. Markaris ist bekannt für seine Kritik und diese setzt er hier gekonnt in Szene. Die Verbindung von Politik, Mord und dem kleinen Mann am Ende der Nahrungskette ist einmal mehr erschreckend realitätsnah, authentisch und dennoch bei all der Misere auch unterhaltsam. Insbesondere das Mordwerkzeug – der Schierling – eine erschreckende Parallele: erstickt das griechische Volk nicht gerade bei vollem Bewusstsein an den Schandtaten seiner Regierungen?
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