Peter James – Perfect People

John und Naomi Klaesson können den Tod ihres Jungen nicht verwinden. Eine Erbkrankheit hat ihn ihnen nach nur wenigen Jahren auf Erden wieder entrissen. Beim nächsten Kind sind sie bereit alles für die Gesundheit des Babys zu tun und wenden sich an den Genetiker Dettore. Dieser bietet ihnen nicht nur an, das geschädigte Gen zu beseitigen, sondern noch viel mehr zu verändern, was das Leben des Kindes nicht nur leichter, sondern auch erfolgreicher werden lässt. John und Naomi zögern, eigentlich wollen sie nur ein gesundes, völlig normales Baby. Die Schwangerschaft ist schon bald problematisch, aber noch mehr beunruhigt die werdenden Eltern ein Anschlag, bei dem der Arzt getötet wird. Fanatiker haben es auf die Genforscher und ihre Kunden abgesehen, was John und Naomi letztlich aus den USA fliehen lässt. In England erhoffen sie sich eine friedliche Zukunft mit dem Baby. Doch bald schon zeigt sich, dass irgendetwas nicht richtig gelaufen ist, denn Naomi erwartet keinen Jungen, sondern ein Mädchen. Dann plötzlich Zwillinge und bald schon werden die Eltern noch viel mehr überrascht.
Ein interessantes Buch, das mit den technischen Möglichkeiten und den plötzlich reifenden Wünschen von Eltern spielt, die vielleicht ihre Grenzen nicht kennen. Für mich lag die besondere Stärke im ersten Drittel, als über die Möglichkeiten der Designer Babys diskutiert und nachgedacht wird. Die ersten Lebensjahre der Kinder und der in einer spannenden Verfolgung endende Abschluss waren für mein Empfinden etwas schwächer, was aber auch an der verschobenen Thematik liegen kann. Realistisch erscheint mir auf jeden Fall das Verführen der Eltern, wie sie immer mehr Optionen in Betracht ziehen und die vermeintliche Optimierung des Nachwuchses vorantreiben. Was das Genre angeht, kein lupenreiner Science-Fiction Roman, ebenso kein Thriller, sondern eine gelungene Mischung, die anregende Gedankenkonstrukte ebenso liefert wie Spannung und zwischenmenschliche Konflikte.

Fazit: beste Unterhaltung mit aktuellem Hintergrund.
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