Benjamin Cors – Strandgut

Ein unglaubliches Missgeschick passiert den Personenschützer Nicolas Guerlain. Während der Filmfestspiele von Cannes streckt er den Minister, den er schützen soll, darnieder, weil er glaubt, seine Exfreundin, die drei Jahre zuvor plötzlich verschwand, in der Menge zu erblicken. Als Strafe muss er in die Normandie, seine Heimat zurück, um dort die Vorbereitungen eines Gipfels der Staatschefs vorzubereiten. Doch bevor er seine Arbeit aufnehmen kann, stolpert er über einen Todesfall, was die Stimmung zwischen ihm und dort örtlichen Polizei direkt vergiftet.
Warum mich das Buch nicht wirklich packen kann, ist Spekulation. Eigentlich hat es durchaus Potenzial – interessante Handlungsorte, Verstrickungen der großen Politik, ein Außenseiter, der im Alleingang die Welt retten muss – und doch hat es mich nicht ganz überzeugen können. Vielleicht ist die gekürzte Hörfassung in diesem Fall eine schlechte Wahl, denn es schien mir als wolle der Autor zu viele Geschichten erzählen und verliert sich dann und die Geschichten bleiben irgendwie unbefriedigend ungeklärt. Hinzu kommt, dass er seinen Helden doch gewaltig in seinen Fähigkeiten überzeichnet, der Showdown auf dem roten Teppich ist schlichtweg völlig absurd und unglaubwürdig, beim besten Willen: außer in Hollywood und sonstigen schlechten Filmen sind die Scharfschützen und Bodyguards des amerikanischen Präsidenten nicht in der Lage einen Gefährder zu eliminieren, wenn sie ihn schon direkt vor der Linse haben.  
Ebenfalls vermutlich der Hörbuchversion geschuldet ist die künstliche Hinauszögerung des Endes, die mir ab einem gewissen Punkt keine Spannung mehr lieferte, sondern den Bogen überspannte und einfach zu Gelaber ohne Ziel wurde – obwohl Sascha Rotermund ein toller Leser ist. Beim Buch hätte ich einfach ein paar Seiten überblättert, wenn die Handlung so dermaßen künstlich in die Länge gezogen wird.

Fazit: durchaus unterhaltsam, vielleicht in Buchform besser.
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