Benjamin Constable – Die drei Leben der Tomomi Ishikawa

Ein Abschiedsbrief erschüttert Ben Constable: seine Freundin Tomomi Ishikawa ist tot. Sie hat sich umgebracht. Er macht sich auf in ihre Wohnung, wo er ihren Laptop mitnimmt, doch mit den Dateien, die sich darauf befinden, kann er zunächst nichts anfangen. Nach und nach erhält er Nachrichten von der Toten und immer mehr ergeben die Puzzleteile einen Sinn. Und ein erschreckendes, anderes Bild der jungen Frau: ist sie eine Serienmörderin, die als Racheengel für Recht gesorgt hat? Oder ist dies alles ihrer Phantasie entsprungen und doch nur erfunden? Tomomi schickt ihn auf eine rätselsame Reise, wobei sich immer drängender die Frage stellt, ob sie überhaupt tot ist.

Ein interessanter Roman, der mit verschiedenen Erzählebenen spielt und viele Fragen zwischen Fiktion und Realität in der Fiktion offen lässt. Der Ich-Erzähler begleitet den Leser – oder umgekehrt – bei der Suche nach der Wahrheit, die zugleich eine Reise durch Paris und New York und in die Vergangenheit Tomomis ist. Eine gelungene Mischung, die immer wieder interessante Stadterkundungsmomente bietet und die Spannung langsam steigert. Alle weiteren Figuren treten hinter den beiden Protagonisten zurück, die sich auf ihrer wundersamen Schatzsuche befinden und mit dem Leser und seinen Erwartungen spielen. Frei nach Arthur Conan Doyle lebt das Buch nach dem Motto „Wenn man das Unmögliche ausgeschlossen hat, muss das, was übrig bleibt, die Wahrheit sein, so unwahrscheinlich sie auch klingen mag.“

Fazit: eine kuriose Schnitzeljagd nach der Wahrheit, die doch im Verborgenen bleibt. 

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