Oliver Schütte – Metropolis Berlin: Die Rote Burg

Berlin 1926. Im Zoo wird ein unbekannter Toter aufgefunden. Den Löwen zum Fraß vorgeworfen. Martin Forster soll ermitteln und diese spektakulären Mord möglichst rasch klären. Doch allein die Identität des Toten herauszufinden dauert Wochen. Schnell wird klar, dass er tief ins Milieu verstrickt war und dort ist wenig Kooperation mit der Polizei zu erwarten. Die Wochen fließen dahin, heiße Spuren sind nicht zu finden und die Presse zerreißt sich das Maul. Kann eine Hellseherin entscheidende Hinweise geben?

Der Plot ist durchaus interessant und spannend, aber der Darstellung gelingt es so ungemein gut, die zähen Ermittlungen darzustellen, dass auch das Buch mehr und mehr quälend wird, je länger sich die Aufklärung des Falles hinzieht. Geht die erste Hälfte noch flott von der Hand wird dann aus dem Lesespaß eher Anstrengung. Der Protagonist kann mich auch nicht wirklich packen, erscheint er zunächst sympathisch, nervt mich seine Darstellung als Frauenheld bald. Auch seine zickige Freundin erschöpft sehr bald die Geduld des Lesers mit ihrem Gemecker.

Fazit: insgesamt glaubwürdig die 20er Jahre dargestellt bleibt der Roman aber weit hinter seinen Möglichkeiten.

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