JD Salinger – The Catcher in the Rye

Holden Caulfield ist einmal mehr von der Schule geflogen. Nur noch wenige Tage bis Weihnachten und der unabwendbaren Konfrontation mit den Eltern. Kurzentschlossen verschwindet er aus seinem Internat und fährt schon nach New York, allerdings nicht nach Hause, da würden die Eltern nur blöde Fragen stellen. Also treibt er sich in der Stadt herum. Besucht Nachtbars, macht Frauen an, übernachtet im Hotel, kauft seiner Schwester eine Platte, die er dann zerbricht, schleicht sich doch heimlich in die Wohnung der Eltern, um die Schwester zu besuchen, trifft sich mit alten Freundinnen – er treibt einfach durch die Stadt.
Hat mich das Buch als Jugendliche gefesselt und begeistert – vermutlich im Wahn der der Jugend eigenen Überlegenheit gegenüber der Elterngeneration und all der angepassten Erwachsenen, wie die man glaubte niemals zu werden, hat es doch nun 20 Jahre später ein wenig an Reiz verloren, da die Perspektive für mich als Leserin eine andere ist. Immer noch ist die Figur des Holden in ihrer Konstruktion glaubwürdig und stimmig, die Handlung vielleicht etwas überzogen, aber das darf sie ja auch sein. Die Brüche zwischen Sein und Schein werden klar, das Treiben ohne Sinn und Ziel – eben die Verlorenheit der Jugend, das bleibt.

Fazit: muss man lesen, wenn man jung ist.
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