Helen Walsh – The Lemon Grove

Wie jeden Sommer verbringen Jenn und Ihr Gatte Greg den Urlaub zusammen mit der Tochter Emma auf Mallorca. Doch dieses Jahr ist vieles anders. Emma kommt wegen der Abschlussprüfungen erst eine Woche später nach und außerdem bringt sie ihren neuen Freund Nathan mit. Diesen kennen die Eltern noch nicht besonders gut, wollten der Tochter aber diesen Wunsch nicht abschlagen. Schnell schon zeigt sich, dass durch die Anwesenheit des jungen Mannes nicht nur die Stimmung leidet, sondern dass er mehr als nur einen feinen Riss in die scheinbar heile Welt der Familie bringt. Besonders Jenn ist zunächst irritiert und dann mehr und mehr angezogen vom Freund der Tochter. Mit jedem Tag spitzt sich die Situation mehr zu und plötzlich kommt alles auf den Tisch, was sich die drei sich gegenseitig schon lange verheimlichen.
Das Buch hat durchaus seinen Reiz, wenn mir auch die Protagonistin Jenn sehr fremd bleibt mit ihrer Schwärmerei für den Jungen. Gefallen hat mir, wie sich die Stimmungslage zunehmend verändert, ganz heile Welt herrscht ohnehin nie, aber die Konflikte werden heftiger und die von Seite zu Seite Allianzen klarer. Viele kleine Andeutungen ergeben nach und nach ein etwas anderes Bild der Familie, die aus sehr viel Schein besteht. Der Spannungsaufbau ist gelungen und kulminiert als man denkt das Schlimmste sei vorbei. Die Charaktere bleiben leider etwas flach, was daran liegen mag, dass die Geschehnisse quasi nur aus Jenns Perspektive geschildert werden und sich die Handlung auf sehr kleinem Raum innerhalb kürzester Zeit abspielt.

Fazit: empfehlenswert für den Sommerurlaub am Pool – nicht mehr, aber auch nicht weniger.
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