John Dryden – Pandemic

Pandemic ist Drydens dreiteiliger Audiothriller rund um einen Angriff mit einem hochgradig tödlichen Virus. Teil 1 spielt in der Gegenwart. Der Mikrobiologe Jan Roldano soll in Thailand einen Vortrag halten. Das Rahmenprogramm ist wenig erquickend, er wird an unzählige Orte geführt, nur um später doch bitte zu bestätigen, dass das Land in hervorragendem Zustand ist und die Labore auf internationalem Niveau arbeiten. In seinem Hotel kommt es zu einer sonderbaren Begegnung mit einem anderen Gast, der er jedoch keine weitere Bedeutung zuschreibt. Als man ihn um seine Meinung zu einem mutierten Virus bittet, ist es schon zu spät: das Vogelgrippe Virus ist in neuer aggressiver Form aufgetreten und nur wenige Stunden nach der Infektion kommt es zum Tod. Nicht nur aus Bangkok, sondern weltweit werden innerhalb weniger Stunden unzählige Todesfälle gemeldet.
Der zweite Teil springt fünf Jahre in die Zukunft. Die Weltbevölkerung ist drastisch gesunken, England wurde dank der Insellage nicht so stark in Mitleidenschaft gezogen, wie viele Entwicklungsländer. Als die Polizistin Diane Harper jedoch den Selbstmord eines Wissenschaftlers untersuchen soll, kommt ihr schnell ein böser Verdacht: war die Epidemie gar kein zufälliges Produkt der Natur, sondern geplant und wusste ihre Regierung davon?
Ein Sprung in die Zeit vor der Epidemie fügt die Puzzelsteinchen zusammen und schildert wie eine Gruppe von Umweltaktivisten immer drastischer Maßnahmen wählen, um ihre Interessen durchzusetzen.

Ein clever inszenierter Thriller, der mit den Ängsten der Hörer spielt und eines der erschreckendsten Szenarien fiktiv entstehen lässt. Jeder Teil ist eine in sich abgeschlossene Episode mit unterschiedlichen Figuren, so dass es eine Zeit dauert, bis das Gesamtbild der Dramatik entsteht. Dies macht aber den Unterhaltungswert der Geschichte aus, die Relevanz so mancher zunächst unbedeutender Nebensätze kommt er später zum Tragen. Insgesamt ein düsteres Bild von Menschen, die rücksichtslos ihre eigenen Interessen verfolgen und denen das Leben der anderen reichlich egal ist. Als Szenario insgesamt erschreckend glaubwürdig und vorstellbar. Man kann nur hoffen, dass diese Fiktion im Land der Imagination bleibt.

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