Milan Kundera – Das Fest der Bedeutungslosigkeit

Ein philosophisches Buch ohne Handlung. Vier Männer, Freunde, in Paris. Ramon versucht seit Tagen, eine Ausstellung von Chagall zu besuchen, aber immer ist ihm die Schlage vor dem Eingang zu lang, sie scheint sogar von Tag zu Tag noch länger zu werden. Trotzdem kommt er immer wieder. Caliban wartet auf seine nächste Rolle als Schauspieler. Bei kleinen Gelegenheitsjobs, um sich über Wasser zu halten, erfindet er sich neu und übt sich in unterschiedlichen Figuren. Bei einer Feier, wo er im Service arbeitet, begegnet ihm eine interessante Portugiesin. Leider sieht sein Rolle an diesem Abend vor, dass er als Pakistaner nur seine Muttersprache – faktisch ein erfundenes Kauderwelsch – versteht. Charles unterdessen scheint besessen von Stalin und dessen Witzen und seine Welt dreht sich nur um die Hinterlassenschaft des großen Führers – die Welt von Alain hingegen dreht sich um die Bedeutung des Bauchnabels als vierte erogene Zone einer Frau.
Mir hat sich der Roman nicht erschlossen. Nicht so sehr, dass ich die fehlende Handlung vermisst hätte, nein, die Figuren bleiben mir in ihren wundersamen Eigenarten schlichtweg fremd und packen mich in keiner Weise. Ihre Themen bleiben mir ebenfalls fremd und die Faszination, die diese auf sie ausüben, kann ich kaum nachvollziehen; am ehesten vielleicht noch das Bauchnabelproblem, wobei sich das heute eigentlich schon wieder überholt hat. Sehnsüchtig hatte ich etwas Neues von Kundera erwartet, doch er enttäuscht mich. Konnte ich mich in seinen früheren Büchern verlieren, bleibt er mir hier zu distanziert. Den vielgepriesenen Humor konnte ich nicht finden, vielleicht sollte man doch den Titel ernst nehmen und dieses Werk als „bedeutungslos“ betrachten.

Fazit: ganz große Enttäuschung.
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