David Duchovny – Holy Cow

Die meisten Menschen denken ja, dass Kühe irgendwie dumm sind und ihre Welt mit rumstehen, Gras fressen und gemolken werden schon ausgefüllt ist. Das stimmt aber gar nicht und Elsie Bovary erklärt einem das. Sie ist alles andere als blöd und noch dazu heilig – in Indien zumindest. Aber es war dort auch nicht so toll, wie sie erwartet hatte. Alles fing aber damit an, dass sie nach einem spontanen Ausflug aus der Weide einen Blick auf den Fernseher der Bauernfamilie werfen konnte und ihr dort klar wurde, dass ihr Schicksal auf dem Teller enden würde. Glücklicherweise kam dann der Einfall mit Indien. Da sie ebenfalls Bedenken hatten, was die menschliche Nahrungsaufnahme in Amerika angeht, schließen sich ihr auch noch ein Schwein, das nach Israel möchte, sowie ein Truthahn, der die Türkei allein schon aufgrund des Namens (Turkey) für den Himmel hält, an. Die Reise kann quasi losgehen.

Eine Erzählung einer Kuh, die noch dazu direkt zum Leser spricht (und auch die Meinung des Verlegers zu ihrer Darstellung regelmäßig einfließen lässt) und sich auf Reisen begibt ist schon herrlich abstrus. Mein Interesse am Buch wurde jeder eher durch den Autor geweckt, der mit „Holy Cow“ sein Debut vorlegt und mir bislang nur aus dem Fernsehen bekannt war. Das Buch ist gar nicht so sehr einfach einzuordnen. Zwar sprechen die Illustrationen und das Thema schon fast für ein Kinderbuch, aber weder die Sprache noch die kritischen Zwischentöne, was den menschlichen Umgang mit der Natur im Allgemeinen und Tieren im besonderen angeht, eher für eine ältere Zielgruppe. Dies hat mich am meisten überrascht, ich hatte Duchovny den feinen Humor, die cleveren Nebentöne nicht zugetraut und so ist das Buch letztlich viel mehr als nur eine lustige Geschichte um eine Kuh auf Reisen.
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