Sarah Crossan – The Weight of Water

Die 12-jährige Kasienka muss ihre polnische  Heimat verlassen und reist mit ihrer Mutter nach England. Dorthin scheint ihr Vater geflüchtet und die Mutter will ihn finden. Der Start im neuen unbekannten Land ist nicht einfach. In nur einem Zimmer sitzt das Mädchen mit der Mutter und in der Schule ist sie die Außenseiterin, die noch dazu eine Klasse zurückgestuft wird. Einzig beim Schwimmen kann sie sie selbst sein und die Welt um sich herum vergessen. Die Gemeinheiten der Mädchen, die Traurigkeit der Mutter, die ärmlichen Umstände ihres Lebens in der Fremde machen ihr zu schaffen. Aber es besteht Hoffnung, sie findet den Vater und dessen neue Familie, sie wird ins Schwimmteam der Schule aufgenommen aufgenommen und dann ist da noch William, mit dem sie ihre erste Liebe erleben darf. Aber das neue Glück wird anders sein, als ursprünglich erwartet.

Das komplizierte Leben eines Mädchens in der Fremde, wo die Sprache nicht die Ausdrucksmöglichkeiten bietet, die Erwartungen der Eltern andere sind als das, was in der neuen Heimat gelebt wird. Die Brutalität des Teenagerdaseins, des Nichtdazugehörens und Außenseiterseins und die Schwierigkeit zu erkennen, weshalb man scheinbar so anders und falsch ist. Tröstlich, dass Kasienka mit dem Schwimmen einen Halt findet, der ihr Orientierung und Trost spendet und den Weg zu einem neuen Ist als Kasienka eröffnet.

Sarah Crossan trifft die Sprache Jugendlicher und ihre Protagonistin bietet sicher auch einiges an Identifikationspotenzial, da sie unaufgeregt erzählt, sich wundert und selbst viel Projektionsfläche für weitere Gedanken liefert. Verwunderlich der Druck, denn die Geschichte kommt optisch in Versform und nicht in Prosa daher, was doch eher ungewöhnlich ist.

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