Michael Frayn – Skios

Dr. Norman Wilfred soll auf der Insel Skios einen Vortrag über Scientometrics halten. Doch am Flughafen wird sein Gepäck vertauscht und auch sein Abholdienst der Gesellschaft,d ie ihn eingeladen hat, ist nirgendwo zu entdecken. Ein etwas verwirrter Taxifahrer und bringt ihn wie er vermeintlich denkt, zum Tagungsort. Oliver Fox indes nutzt die sich bietende Chance und gibt sich kurzerhand als der gesuchte Experte aus, da ihn die bezaubernde Nikki auch so herzerwärmend betreut. Gewieft wie er ist, kann er die Fassade auch gegenüber experten aufrechterhalten, obwohl sich so mancher wundert, wie jung der Forscher doch ausschaut. Da es in der illustren Gesellschaft aber noch mehr Personen gibt, die nicht sind, wer sie vorgeben oder sich nicht dort aufhalten, wo ihre Liebsten sie wähnen, deckt auch niemand das Spiel um falsche Identitäten auf.
Die Charaktere sind zugegebenermaßen wenig interessant und auch nicht besonders ausgereift. Der Roman wird nicht von ihnen getragen, sondern von dem Spiel mit dem falschen Schein, der auch die Welt der Wissenschaft ein Stück weit enttarnt, denn der Eindringling Fox kann relativ entspannt mit den werten Herrschaften fachsimpeln ohne auch nur die geringste Ahnung zu haben. Ebenso erheiternd das Spiel mit den sozialen Rollen und Erwartungen, der arme – wahre – Dr. Wilfred kann so gar nicht ertragen, wie man ihn behandelt. Alles in allem eine leichte Komödie zur entspannten Unterhaltung.

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