Sadie Jones – The Uninvited Guests

Emeralds Geburtstagsparty steht an und sie ist entschlossen zu feiern, auch wenn über der Familie ein großer finanzieller Druck lastet und sie drohen das geliebte Elternhaus zu verlieren. ihr Steifvater macht sich daher auf, um ein Darlehen zu bitten. Viele Gäste sind nicht geladen. neben Mutter Charlotte und den Geschwistern Imogen, genannt Smudge, und Bruder Clovis werden Patience und ihr Bruder Ernest, die zu Kindertagen mit Emerald und Clovis eng befreundet waren, erwartet, sowie John, der Emporkömmling, der sich Hoffnungen auf eine Vermählung mit Emerald macht. Doch der Abend verläuft anders als geplant. Ein Zugunglück in der Nähe lässt das Haus plötzlich mit Menschenmassen überlaufen, denen sich keiner der kleinen Gesellschaft wirklich gewachsen sieht. Und dann taucht da noch ein vermeintliches Zugopfer auf, das jedoch ganz andere Motive für den Besuch hegt und die Familienbande bis aufs Extremste strapazieren wird.
Der Roman lebt von einer herrlich distanziert-ironischen Sprache, die ihn zu einem wahren lesevergnügen werden lässt. Die Handlung schleppt sich für meinen Geschmack bisweilen etwas dahin und kommt kaum voran. Insbesondere die Episoden um die völlig gestörte Smudge entbehren nicht einer urkomischen Groteske und das Mutter-Kinder Verhältnis ist ebenfalls ein Ausbund an Absurdität – all dies von einem Erzähler kommentiert, der die passenden Worte für die Gedanken des Lesers findet.

Eine Zeitreise 100 Jahre in die Vergangenheit, die zum echten Vergnügen wird.

Michael Frayn – Skios

Dr. Norman Wilfred soll auf der Insel Skios einen Vortrag über Scientometrics halten. Doch am Flughafen wird sein Gepäck vertauscht und auch sein Abholdienst der Gesellschaft,d ie ihn eingeladen hat, ist nirgendwo zu entdecken. Ein etwas verwirrter Taxifahrer und bringt ihn wie er vermeintlich denkt, zum Tagungsort. Oliver Fox indes nutzt die sich bietende Chance und gibt sich kurzerhand als der gesuchte Experte aus, da ihn die bezaubernde Nikki auch so herzerwärmend betreut. Gewieft wie er ist, kann er die Fassade auch gegenüber experten aufrechterhalten, obwohl sich so mancher wundert, wie jung der Forscher doch ausschaut. Da es in der illustren Gesellschaft aber noch mehr Personen gibt, die nicht sind, wer sie vorgeben oder sich nicht dort aufhalten, wo ihre Liebsten sie wähnen, deckt auch niemand das Spiel um falsche Identitäten auf.
Die Charaktere sind zugegebenermaßen wenig interessant und auch nicht besonders ausgereift. Der Roman wird nicht von ihnen getragen, sondern von dem Spiel mit dem falschen Schein, der auch die Welt der Wissenschaft ein Stück weit enttarnt, denn der Eindringling Fox kann relativ entspannt mit den werten Herrschaften fachsimpeln ohne auch nur die geringste Ahnung zu haben. Ebenso erheiternd das Spiel mit den sozialen Rollen und Erwartungen, der arme – wahre – Dr. Wilfred kann so gar nicht ertragen, wie man ihn behandelt. Alles in allem eine leichte Komödie zur entspannten Unterhaltung.