Francis Iles – Before the Fact

Lina McLaidlaw fürchtet schon als alte Jungfer enden zu müssen, als sie eines Tages den charmanten Johnnie Aysgarth trifft und sich in ihn verliebt. Nicht nur die verarmt und dubiose Herkunft lassen Linas Vater schwere Zweifel an dieser Liebe wecken, doch die Tochter heiratet Johnnie schon nach kurzer Zeit. Die finanzielle Situation wird zunehmend schwieriger, denn Johnnie bringt weder Geld mit noch verdient er welches – im Gegenteil: er verprasst Linas Geld auch noch. Sie übernimmt das Kommando und zwingt ihn, einen ordentlichen Job anzunehmen. Doch bald schon wird ihr noch mehr über ihren Gatten klar: ein notorischer Lügner und Betrüger, ein Fremdgeher und zu guter Letzt auch noch Mörder – nicht nur Linas Vater und ein Geschäftsfreund fallen ihm zum Opfer, sondern auch Lina selbst sieht ihren Tod voraus.

Keine Detektivgeschichte und kein klassischer Krimi, denn der Betrüger und Mörder ist schon schnell bekannt. Was bleibt ist die Frage, ob er so weit gehen wird, auch seine Frau wegen ihres Geldes umzubringen und die Frage, ob er damit durchkommt. Durch die einseitige Perspektivenwahl, sieht der Leser nur Linas Position und kann nur mutmaßen, wie Johnnie agiert und was er plant, was durchaus zu einer ordentlichen Spannungssteigerung führt. Ein Krimi ohne moderne Technik und Forensik, sondern die gute alte Geschichte, die durch ur-menschlichste Motive geleitet und durch zwischenmenschliche Cleverness gelöst wird.

L.A. DeVaul – Roxanne in La La Land

Roxanne zieht mit nur 18 Jahren nach LA, um dort als Schauspielerin bekannt zu werden. Da sie ahnt, dass der Start nicht gerade einfach wird, hat sie sich gleichfalls um einen Job als Verkäuferin in einer Boutique gekümmert. Dass es so schlimm werden würde, ahnte sie aber nicht. ihre Kollegin ermuntert sie, es stattdessen doch als Model zu versuchen, die passende Figur bringt sie mit. Wider erwarten gelingt es ihr dort innerhalb kürzester Zeit, viele wichtige Leute von sich zu überzeugen und das, wo sie so gar nicht in das Klischee passt. Gläubig, bescheiden, Alkohol abstinent und jede Form von Nacktheit ablehnend. Es läuft erstaunlich gut für sie, bis sie von zwei Modelkolleginnen hereingelegt wird und Alkohol im großen Stil konsumiert – der Abstieg der Roxanne Donally ist vorprogrammiert.

Was ich mir als unterhaltsamen Jugendroman vorstellte, war eine klischeehafte, unrealistische und völlig unglaubwürdige Geschichte um ein ziemlich naives Dummchen. Ein Roman, der 1A in die amerikanische Jugend-Indoktrinationsmaschinerie passt: trinkt keinen Alkohol, weil der böse ist. geh brav in die Kirche, denn nur dort sind „gute“ Menschen, halt dich fern von der Glitzerwelt, die direkt von Satan gegründet wurde. Bisweilen schwer erträglich wie vorhersehbar plakativ mit diesen Aussagen gespielt wird. Die Figuren sind insgesamt so eindimensional simpel, dass sie ihnen jegliches Leben fehlt. Die Handlung mehr als banal und das Gesamtwerk zum Abwinken.