Philip Teir – Winterkrieg

Max Paul, angesehener Soziologe der Universität von Helsinki, sieht seine Ehe langsam aber sicher vor einem Scherbenhaufen. Und das, wo genau dieses doch sein Spezialgebiet ist. Auch das Liebesleben seiner beiden Töchter Helen und Eva kriselt langsam aber sicher. Durch die Zusammenarbeit mit einer jungen Journalistin verschärft sich der eheliche Zwist und Max‘ Frau Katriina stellt ihn nicht einmal vor die Wahl. Für sie ist diese Ehe beendet.

Der Titel ist zunächst irreführend, handelt der Roman nicht vom für die Finnen traumatischen Winter 1939, sondern vom Krieg im Winter der Familie Paul – wobei die Fronten noch nicht ganz verhärtet sind und die Waffen unklar. Was diesen Roman besonders intensiv macht, war für mich die Einsamkeit, die allen Familienmitgliedern letztlich innewohnte. Keiner ist angekommen oder zu Hause, sondern alle tragen mit sich eine gewisse Isolation herum, die sie von den anderen abschneidet. Für kein überragender Roman, wenn auch mit interessanten Formulierungen. Die Charaktere bleiben ob der fehlenden Entwicklung für mich etwas zu unnahbar und die durchgängige tendenziell depressive Stimmung, erleichtert das Lesen auch nicht wirklich. 
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