Amber Dermont – In guten Kreisen

„In guten Kreisen“ wächst Jason Prosper auf, dank des Reichtums der Eltern kann er exklusive Privatschulen besuchen und das ebenso exklusive Segeln als Hobby betreiben. Nach dem Suizid seines besten Freundes Cal läuft einiges aus dem Ruder und er muss kurzerhand im letzten Schuljahr einen Neustart in einer neuen Schule wagen. Dort trifft er jedoch auf alte Bekannte, man bleibt eben unter seinesgleichen. Doch die geheimnisvolle Aidan zieht sein Interesse auf sich. Distanziert und bisweilen verstört lebt sie in ihrer eigenen Welt, doch die Jugendlichen verstehen sich und merken, was in ihren Kreisen so alles schief läuft und wie das Geld der Eltern in der Lage ist, für andere Wahrheiten zu sorgen. Als Aidan tot aufgefunden und dies lapidar als Selbstmord einer psychisch Kranken abgetan wird, entwickelt Jason mehr und mehr Distanz zu seiner Umwelt und geht dem mysteriösen Tod selbst auf den Grund.

Auch wenn der Plot  den Eindruck von Krimi erwecken mag, ist es doch eher das Sittenbild einer durch und durch degenerierten Generation, die es gewohnt ist, dass die Eltern ihre Fehler und Fehltritte korrigieren. Die Verachtung des Lebens jenseits ihrer Gehaltsklasse ist erschreckend, die Sorglosigkeit, mit der über anderer Leben gerichtet wird, verstörend. Kein Roman der großen Ereignisse, sondern leisen, bisweilen bitteren Zwischentöne, die das Leben und die Umstände in Frage stellen, nach einem Sinn suchen und den Blick in die Abgründe menschlichen Handelns werden. Mit Aidan und Jason gelingt das Bild zweier zerrissener Jugendlichen, die nach ihrem Platz und ihrem Ich suchen und sich in ihrer Welt zunehmend fremd fühlen.

Die Erzählweise als nur teilchronologischer Bericht, der wie ein Mosaik erst nach und nach ein Gesamtbild ergibt, das Brüche und vielerlei Facetten aufweist – vielschichtig wie das Leben und somit mehr als gelungen als Abbild einer Zeit.

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