Sanne Munk Jensen – Wir wollten nichts. Wir wollten alles.

17 ist zu jung zu sterben. Vor allem freiwillig aus dem Leben zu gehen wie Louise. Immerhin war sie in den letzten Minuten nicht allein, sondern mit ihrer großen Liebe Liam zusammen. Doch was hat die beiden jungen Menschen, die so glücklich miteinander waren, zu diesem Schritt getrieben? Louises Vater kann nicht an einen Selbstmord glauben, da muss mehr hinter stecken. Je mehr er forscht, desto mehr entfaltet sich dem Leser die Geschichte dieser großen Liebe. Louise beobachtet, wie ihre Eltern und Liams Vater mit dem Leid nicht fertig werden und beinahe daran zugrunde gehen. Es fing doch alles so verheißungsvoll an. Doch dann wagten Liam und sein Freund Jeppe den Schritt ins Drogengeschäft. Vom verdienten Geld benebelt wollten sie zu viel.
Ein Buch über eine zerstörerische Liebe. Zwischen großer Zuneigung und abgrundtiefem Hass. Die Figuren fliegen hoch in den Himmel um dann gnadenlos in der Realität mit all ihrer Brutalität zu landen. Das Buch geht unter die Haut, die verqueren Gedanken des Mädchens, das man nur in den Arm nehmen möchte, die Verzweiflung auch der Eltern, die völlig ratlos dieser Situation gegenüber stehen. Ein Buch, in dem alle ein wenig mehr Liebe gebraucht hätten, wozu die anderen aber nicht fähig waren.
Dramaturgisch für mich sehr gelungen die Parallelität der beiden Erzählstränge in der Zeit nach dem Selbstmord und der Entwicklung bis dahin. Die Kommentare des Mädchen, das Abschied nehmen darf und spürt, wie viel Leid sie auch verursacht und erst jetzt erkennt, wer ihre Eltern waren.

Das Buch wühlt auf, verstört und hinterlässt einen bleibenden Eindruck.
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