Boris Pasternak – Dorktor Schiwago

Jurij Schiwago wächst nach dem Tod des Vaters als Weise  auf. obwohl ihn die Dichtkunst interessiert, entschließt er sich doch für das Studium der Medizin. Tonja, die Tochter seiner Pflegeeltern ist seine stete Begleiterin und wird seine Frau. Doch die Zeiten sind hart und bald schon wird Jurij in den Krieg geschickt. Dort lernt er die Krankenschwester Lara kennen, der er bereits früher einmal begegnete. Nach der Rückkehr in die Heimat kreuzen sich ihre Wege erneut, dieses Mal auf dem Land, wohin sich immer mehr Menschen vor der Armut in Moskau flüchten. Der Bürgerkrieg verhindert eine Entscheidung für eine der Frauen – Jurij wird entführt und kehrt erst Jahre später zurück. Tonja konnte mit den Kindern nach Frankreich flüchten, Lara und er finden endlich zueinander. Doch das Glück ist ihnen nicht vergönnt und Schiwago findet keinen Frieden mehr.
Ein Meisterwerk der russischen Literatur. Wirklich begeistern konnte mich die poetische Sprache, die ich keineswegs in dieser Form erwartet hatte, hier hatte der Übersetzer ein sehr glückliches Händchen. Pasternak spiegelt die Lage Russlands an seinem Schiwago, die chaotischen, undurchsichtigen Jahre im Taumel, die auch der Arzt hin- und hergerissen, jedoch immer unzufrieden und an der Grenze der seelischen und körperlichen Fähigkeiten verbringt. Wie auch andere russische Literaten und wie bei dieser Länge nicht anders zu erwarten, hat das Buch bisweilen Längen, vor allem der Schluss, nach dem Abschied von Lara zieht sich dann doch arg – für mich war die Geschichte hier bereits erzählt.

Was ich mir von der Fischerausgabe noch gewünscht hätte, wären Annotationen gewesen und vielleicht eine Karte, um die Örtlichkeiten etwas besser einschätzen zu können. Für die Handlung ist dies zwar nicht weiter relevant zum Verständnis, wäre aber hilfreicher gewesen als die Daten zu Pasternaks Leben.
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