Svenja Leiber – Das letzte Land

Die deutsche Provinz, Beginn des 20. Jahrhunderts. Ruven Preuk hat es nicht leicht, er wächst als Außenseiter auf, auch sein Vater kann wenig mit ihm anfangen, hat er doch so gar keine tauglichen Hände auf dem Hof und ist ganz der Musik zugewandt. Doch er unterstützt ihn und nachdem auf dem Dorf kein geeigneter Lehrer mehr ist, wird Ruven in die Stadt zu Juden Goldbaum geschickt. Dort entdeckt er ein ganz anderes Leben, doch die dunkle Zeit wirft bereits ihre schwarzen Schatten voraus. Der Krieg kommt und Ruvens Hoffnung auf eine Musikerkarriere schwindet. Seine Frau und die Tochter Marie sind noch eine Stütze, doch die Nazis bringen die Familie zum Zerbrechen. Ruvens Träume zerfallen, der von der Musik genauso wie der von der Liebe, denn alter Hass wirkt ein Leben lang nach.

Burghart Klausner ist für mich einer der angenehmsten Vorleser anspruchsvoller Literatur. Prononciert erweckt er die Figuren zum Leben, denen Svenja Leiber nichts im Leben schenkt. Die Liebe zur Musik, die Ruven ein Leben lang begleitet, findet kein positives Ende, sie wird sogar zum Unheilsboten und verhindert eine schienbar noch mögliche Wende zum Guten. Ein trauriger Roman, voller in sich elender Einzelschicksale, die geprägt durch die Zeit werden und sicherlich viele Parallelen in der Realität finden.  
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