Judith Winter – Lotusblut

Ein Doppelmord an einem Unternehmerpaar in einem Frankfurter Hotel wirft Fragen auf: wer heuert einen präzisen Auftragskiller an, um zwei unbescholtene Bürger zu ermorden und wer ist das chinesische Mädchen, das bei ihnen war. Die Kleine weigert sich mit Emilia Capelli und Mai Zhou zu reden. Offenbar aus Angst. Ihre vermeintlichen Stiefeltern treiben sie zur heimlichen Flucht aus dem Krankenhaus und auf die Suche nach Hilfe in der fremden Stadt. Die Kommissarinnen werden gleichzeitig vom BKA ausgebremst, sind sie doch in die Quere einer lange geplanten Aktion gegen Schmuggler geraten. Doch von Anzugträgern lassen sich die toughen Frauen nicht lange aufhalten. Auf eigene Faust ermitteln sie weiter und folgen der Blutspur durch die Bankenmetropole.
Einmal mehr kann Judith Winter mit dem ungewöhnlichen Ermittlerinnenduo zu 100 % überzeugen. Die Protagonistinnen haben Ecken und Kanten, sind nach wie vor zwar ermittlungstechnisch gut eingespielt, auf der persönlichen Ebene kämpfen sie miteinander um gegenseitige Anerkennung. Der Fall ist spannend bis zum Schluss, wird sauber und logisch geklärt und hat die exakt richtige Menge an Nebenkriegsplätzen, um weder unnötig kompliziert noch flach zu werden. Die Perspektivenwechsel schaffen ein hohes Tempo, was hervorragend zum Genre passt.
Fazit: Einmal Mehr beste Unterhaltung.

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