Svenja Leiber – Das letzte Land

Die deutsche Provinz, Beginn des 20. Jahrhunderts. Ruven Preuk hat es nicht leicht, er wächst als Außenseiter auf, auch sein Vater kann wenig mit ihm anfangen, hat er doch so gar keine tauglichen Hände auf dem Hof und ist ganz der Musik zugewandt. Doch er unterstützt ihn und nachdem auf dem Dorf kein geeigneter Lehrer mehr ist, wird Ruven in die Stadt zu Juden Goldbaum geschickt. Dort entdeckt er ein ganz anderes Leben, doch die dunkle Zeit wirft bereits ihre schwarzen Schatten voraus. Der Krieg kommt und Ruvens Hoffnung auf eine Musikerkarriere schwindet. Seine Frau und die Tochter Marie sind noch eine Stütze, doch die Nazis bringen die Familie zum Zerbrechen. Ruvens Träume zerfallen, der von der Musik genauso wie der von der Liebe, denn alter Hass wirkt ein Leben lang nach.

Burghart Klausner ist für mich einer der angenehmsten Vorleser anspruchsvoller Literatur. Prononciert erweckt er die Figuren zum Leben, denen Svenja Leiber nichts im Leben schenkt. Die Liebe zur Musik, die Ruven ein Leben lang begleitet, findet kein positives Ende, sie wird sogar zum Unheilsboten und verhindert eine schienbar noch mögliche Wende zum Guten. Ein trauriger Roman, voller in sich elender Einzelschicksale, die geprägt durch die Zeit werden und sicherlich viele Parallelen in der Realität finden.  

Lovelybooks Let’s Read in English Challenge – January

Reading list January

1. F. Scott Fitzgerald – The Great Gatsby

2. Patricia Highsmith – The Two faces of January
on my blog
on Lovelybooks

3. Alfred Hayes – In Love
on my blog
on Lovelybooks

4. Dror Mishani – The Missing File
on my blog
on Lovelybooks

5. Maj Sjöwall – Martin Beck: Murder at the Savoy
on my blog
on Lovelybooks

6. Maj Sjöwall – Martin Beck: The Man who went up in Smoke
on my blog
on Lovelybooks

7. James M. Cain – The Postman Always Rings Twice
on my blog
on Lovelybooks

The challenge on lovelybooks.

Judith Winter – Lotusblut

Ein Doppelmord an einem Unternehmerpaar in einem Frankfurter Hotel wirft Fragen auf: wer heuert einen präzisen Auftragskiller an, um zwei unbescholtene Bürger zu ermorden und wer ist das chinesische Mädchen, das bei ihnen war. Die Kleine weigert sich mit Emilia Capelli und Mai Zhou zu reden. Offenbar aus Angst. Ihre vermeintlichen Stiefeltern treiben sie zur heimlichen Flucht aus dem Krankenhaus und auf die Suche nach Hilfe in der fremden Stadt. Die Kommissarinnen werden gleichzeitig vom BKA ausgebremst, sind sie doch in die Quere einer lange geplanten Aktion gegen Schmuggler geraten. Doch von Anzugträgern lassen sich die toughen Frauen nicht lange aufhalten. Auf eigene Faust ermitteln sie weiter und folgen der Blutspur durch die Bankenmetropole.
Einmal mehr kann Judith Winter mit dem ungewöhnlichen Ermittlerinnenduo zu 100 % überzeugen. Die Protagonistinnen haben Ecken und Kanten, sind nach wie vor zwar ermittlungstechnisch gut eingespielt, auf der persönlichen Ebene kämpfen sie miteinander um gegenseitige Anerkennung. Der Fall ist spannend bis zum Schluss, wird sauber und logisch geklärt und hat die exakt richtige Menge an Nebenkriegsplätzen, um weder unnötig kompliziert noch flach zu werden. Die Perspektivenwechsel schaffen ein hohes Tempo, was hervorragend zum Genre passt.
Fazit: Einmal Mehr beste Unterhaltung.