Alfred Hayes – In love

New York, 1950er Jahre. In einer Bar erzählt ein Mann Ende 30 einer jungen Frau von seiner großen Liebe. Eine Frau, deren Wohnung durch und durch chaotisch war, die jung heiratete, Mutter wurde und schnell wieder geschieden war. Sie mögen sich, gehen aus, aber eine ernsthafte Beziehung wurde nicht daraus. Bis eines Abends beim Tanzen ein reicher Geschäftsmann auf sie aufmerksam wird. Er bietet er Geld, sehr viel Geld, damit sie Zeit mit ihm verbringt. Der Erzähler merkt zu spät, dass er das Mädchen liebt, viel mehr als ihm bewusst war. Doch das Geld, der Reichtum, die Freunde, alle berühmt, mächtig, ebenfalls wohlhabend, haben ihren Reiz und bald muss er realisieren, dass sie freiwillig zu dem anderen geht und gar keine weiteren Anreize mehr gebraucht hätte.
Die Rahmenhandlung legt die Perspektive vor: der verlassene Mann. Was folgt ist ein stream of consciousness, dem naturgegeben Abschweifungen, Wiederholungen und Längen inhärent sind. Leider lässt das das Buch bisweilen auch sehr langatmig werden. Er bedauert sich selbst und seine Lage, an der er doch nicht ganz unschuldig ist. Wie schöne wäre es gewesen auch ihre Sicht zu kennen, ihren Konflikt zwischen den Männern mitzuerleben. Einziger Lichtblick: wirklich gelungene Formulierungen, treffsichere Pointen, die das Lesevergnügen dann doch noch erhalten.

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