Berndt Schulz – Novembermord

Ein Mord in einer Wetterstation, grausam mit 33 Stichen ausgeführt mit einem Stiletto. Kommissar Velsmann und sein Team sind relativ ratlos. War es ein statistischer Ritualmord, wie sein Assistent vermutet? Oder doch Rache, dieses Motiv könnte bei dem Lehrer Petry eines nahegelegenen Bauernhofs passen, dessen Sohn im Jahr zuvor durch eine falsche Wettervorhersage ums Leben kam. Bevor sie die Ermittlungen wirklich aufnehmen können, geschieht ein zweiter Mord mit ähnlichem Muster. Ins Visier rücken auch Schausteller, die das Mittelalter für Touristen wieder auferstehen lassen und mit allerlei Grausamkeiten aufwarten können. Doch es braucht noch einen weiteren Mord, bis langsam Licht ins Dunkel kommt.

Der Krimi kann zwar mit interessanten zusammenhängen aufwarten, die sich er langsam auflösen, auch die immer wiederkehrenden Einblicke in die Gedankengänge des Mörders haben ihren Reiz. Insgesamt war mit die Handlung aber zu schleppend und dann wieder überrumpelnd. Einige sachliche Ungereimtheiten störten zudem den Lesefluss, weil man schlicht darüber stolperte.

Die drei Ermittler zeichnen sich durch arrogante Alleingänge, die sie in Lebensgefahr bringen und ein insgesamt sehr unsympathisches Auftreten aus. Velsmann bedauert sich die gesamte Handlung hindurch selbst, weil ihm die Ehefrau weggelaufen ist und schreckt auch nicht davor zurück, seine Zeuginnen auf plumpste Art und Weise anzumachen. So kann man mich als Leserin nicht unbedingt packen. Der psychologisch interessante Charakter des Täters kam leider insgesamt etwas zu kurz, um wirklich Einblick in seine Motivation zu geben.

Der Fall selbst war insgesamt komplex, aber es bleiben doch viele Fragen am Ende und so manches hätte es verdient gehabt näher ausgeführt zu werden – dafür hätte das Gejammer und Gebettel Velsmanns durchaus deutlich kürzer ausfallen dürfen. Die aufkommende Spannung wurde hierdurch leider immer wieder getötet und abgelenkt.

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