Susanne Limbach – Tödliche Flaschenpost/Tausend Träume

Eine für mich völlig neue Leseerfahrung: ein Wendebuch, das aus zwei Kurzgeschichtensammlungen besteht. „Tödliche Flaschenpost“ beinhaltet Kriminalgeschichten, „Tausend Träume“ Liebesgeschichten. Egal von welcher Seite man beginnt startet man im klassischen Buchlook mit einem thematisch stimmigen Cover, den Veröffentlichungsdaten und einem Inhaltsverzeichnis.
Die Kriminalgeschichten haben mich zuerst angezogen, einfach weil dies eher mein Genre ist.  In der Länge wie auch im Inhalt zeichnen sie sich durch Variabilität aus. Einzig auffällig war für mich die hohe Anzahl an weiblichen Mördern, was ich im Allgemeinen eher selten erlebe. Dafür waren aber sowohl Mordmotive wie auch Umsetzung immer wieder überraschend und verschieden.
Dies zeigt sich auch in der Sammlung der Liebesgeschichten, die glücklicherweise nicht durch schmachtende Bettszenen bestechen, sondern die unterschiedlichen Arten von Liebe zwischen den Menschen einfangen und in Geschichten kleiden. Oft näher sich die Autorin erst ganz langsam, nicht immer ohne Schmerz der Figuren.
Was mir insgesamt sehr gut gefallen hat, war, wie die Handlungsorte eingebettet wurde. Im Wesentlichen spielen sich die Geschichten im Ruhrgebiet und an der Nordsee bzw. Hamburg ab. Mit kleinen Details, die Ortskundigen sofort ins Auge springen, entsteht die Handlung vorm inneren Auge und wird so auch nicht beliebig und austauschbar.

Fazit: die Geschichten haben alle einen eigenen Charakter, was den unterhaltungswert des Buches enorm steigert. Die Idee des Wendebuchs finde ich interessant, aber auch gewagt, denn ob die Kombination gerade dieser beider Genre viele Leser anlockt, mag ich nicht zu sagen.
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