Cordula Hamann – Glasgesichter

Andreas Wahrig freut sich. ihre Galerie steht finanziell am Abgrund, aber sie konnte mit dem aufstrebenden Künstler Maximilian Ross eine Ausstellung vereinbaren, die den Durchbruch bringen wird. Seine verstörenden Glasbilder ziehen die Betrachter gleichermaßen an, wie sie sie abstoßen. Doch kurz vor der Vernissage erhält sie eine Drohung, die sie unmissverständlich auffordert, die Ausstellung abzusagen, da sonst ihre Mutter mit dem Leben bezahlen müsste. Als auch noch der Künstler verschwindet, machen sich Andrea und ihr undurchsichtiger Kunde Oleg selbst auf die Suche und finden befremdliche Unterlagen in Maximilians Wohnung. Offenbar sammelt er  Zeitungsmeldungen zu vermissten Personen. Doch Andrea lässt sich so schnell nicht abhalten, da muss schon Schlimmeres passieren. Und das passiert.
Ein Thriller, der einem schier umhaut. Das Cover ist zunächst verstörend, könnte aber kaum besser zum Inhalt des Buchs passen und ist schlichtweg perfekt gewählt. Die Handlung lässt mehrere Stränge parallel verlaufen, so dass man lange Zeit nicht ganz durchblickt. Langsam nähert sie sich dem Höhepunkt und wartet dann mit einer absolut schlüssigen und glaubwürdigen Lösung auf, die alle seltsamen Ungereimtheiten auf einen Schlag klärt und den Leser erkennen lässt, was sich zuvor tatsächlich abgespielt hat. Die psychologische Tiefe hinter dem Plot ist enorm, geht weit über das hinaus, was man im Genre sonst so findet.
Ein Thriller, der mit etwas Anlauf so in Fahrt kommt, dass man das Lesen schlicht nicht mehr stoppen kann.

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