Eric Sanvoisin – Le Parloir

Yan, gerade erst 18 geworden, sitzt im Gefängnis. Die Anklage lautet auf Mord am Vater seiner Freundin Déborah. Yan schweigt, weder mit seinem Anwalt, jung und hochmotiviert, noch mit seiner Mutter oder seiner Schwester spricht er. Sein Leben wird bestimmt durch die Besucher, die auf ihn einreden, doch er weigert sich beharrlich, etwas zu dem Vorfall zu sagen. Auch nach Angriffen von Mithäftlingen schweigt er weiter. Laure kann nicht glauben, was man ihrem Bruder vorwirft – und am Ende kommt die furchtbare Wahrheit doch ans Licht.

Ein bedrückendes Jugendbuch der besonderen Art. Eine ungewöhnliche Umgebung, auch die Charaktere sind alles andere als gewöhnlich. Man leidet mit Yan, mit seiner Familie und wartet gespannt, ob irgendwann der Knoten platzt und der Junge erzählt, was sich wirklich zugetragen hat. Die Kargheit und Rohheit des Gefängnisses ist bedrückend und lässt den Leser lange nicht mehr los.
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