Arnaldur Indrisadon – Tödliche Intrige

Die Ich-Erzählerin Sara in diesem cleveren Krimi kann nicht nachvollziehen, wie sie in die aktuelle Situation geraten ist. Sie lässt Revue passieren, was geschah. Wie sie Betty kennenlernte, die sie überreden sollte für ihren Mann, den schwerreichen Reeder Thomas Ottoson Zoega als Rechtsberaterin zu arbeiten. Wie sie langsam immer mehr Zuneigung zu Betty empfand und gleichzeitig deren Mann immer mehr hasste, weil er seine Frau prügelt. Nachdem der Reeder auch Sara vergewaltigt, möchte sie ihn anzeigen, doch Betty überredet sie, es nicht zu tun. Sie hat andere Pläne und Sara kann sich diesen schon längst nicht mehr entziehen.

Ein cleveres Spiel mit ihren Mitmenschen treibt die Femme Fatale und führt den Leser immer wieder zu neuen Wendungen und Blickwinkeln. Das langsam aufgebaute Vertrauen wird gnadenlos missbraucht und am Ende muss man sich fragen, ob man selbst nicht auch in eine solche Falle tappen und schwer für die Schuld eines anderen bezahlen könnte. Für mich nicht unbedingt der Psycho-Thriller, als der er beworben wird, aber ohne Frage psychologisch interessante gestaltet.
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