Harold Pinter – The Hothouse

Weihnachtsabend, ein Heim. Ob Psychiatrie oder etwas anderes bleibt unbestimmt. Roote, Leiter dieser ominösen Anstalt, erkundigt sich nach seinen Patienten, die alle statt mit ihren Namen mit Nummern charakterisiert werden. Doch die normalerweise streng bewahrte Ordnung gerät an diesem Abend durcheinander: Patient 6457 ist einfach gestorben und Patientin 6459 hat ein Kind bekommen – offenbar von einem Angestellten. Diese völlig unakzeptablen Umstände gilt es aufzuklären.

Ein frühes Bühnenstück von Pinter, das er erst viele Jahre später veröffentlichte. Es besticht – neben dem kuriosen Personal und dem bemerkenswerten Setting – in typisch Pinter’scher Weise durch eine Sprachgewalt und einen Wortwitz, der kaum übertroffen werden kann. Gestochene, auf den Punkt treffsichere Formulierungen belegen einmal mehr, dass er völlig zu Recht den Nobelpreis für Literatur erhalten hat. Inhaltlich wird einmal mehr die Absurdität psychiatrischer Anstalten, wie sie sich auch Mitte des 20. Jahrhunderts noch zeigte deutlich: zweifelhafte Methoden, neurotische Direktoren und sich andienende Emporkömmlinge. Jede Zeile ein Genuss.
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