Edward St Aubyn – Lost for Words

Der „Elysian Prize for Literature“ soll vergeben werden. Das Komitee wird offenbar recht willkürlich nach Standesdünkel und zweifelhaften Kriterien ausgewählt und es ist klar, dass hier eine Einigung nicht einfach wird. Aber auch die Schriftsteller warten auf die Veröffentlichung der Long- und Später Short-List und bereiten sich schon auf ihre Siegesreden vor. Katherine Burns, brillante Schreiberin mit Herz für allerlei Männer, ist sich fast sicher, dass man an ihr nicht vorbeikommt – doch ihr Verleger vermasselt die Teilnahme und schickt das falsche Manuskript. Dies wiederum gehört einer Inderin, die lediglich ein Kochbuch schreiben wollte. Deren Neffe hofft seinerseits auf den Sieg und schmiedet Mordpläne, als er in der Short-List nicht berücksichtigt wird.

Ein satirischer Blick auf die Vergabe von Literaturpreisen. Die Hybris der Autorenschaft, die sich weder um Publikum schert noch einen Bezug zur Realität hat, die Juroren, deren Kriterien nicht nur absurde Züge tragen, sondern die sogar glaubwürdig nach diesen Handeln und den Leser sich fragen lassen, ob da nicht doch ein Funken Wahrheit dran sein könnte. Viel Komik, herrlich absurd und das Ende kommt, wie es einfach kommen muss.
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